Rechtslage
Stand 30. Oktober 2001
Anti-Doping-Gesetz: Verabschiedung frühestens 2003
Berlin (dpa) - Das von den Koalitionsfraktionen geforderte Anti- Doping-Gesetz
wird frühestens 2003 kommen. Das erklärte der Erste Parlamentarische
Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion, Wilhelm Schmidt (Salzgitter),
am Montag im Deutschlandfunk. "Das Thema gehört nicht in den Wahlkampf",
sagte der Politiker, der lange Jahre sportpolitischer Sprecher seiner Partei
im Deutschen Bundestag war. Schmidt erklärte weiter, die ursprüngliche
Absicht der Fraktionsführung, das Gesetz noch bis Juli 2002 zu verabschieden,
sei aufgegeben worden, weil es schwierige rechtliche Probleme gebe und weil
ein Einvernehmen mit dem "autonomen Sport" erzielt werden müsse.
Am 8. November wird es im Deutschen Bundestag eine neue Dopingdebatte geben.
Zur Beschlussfassung steht auch ein Antragspaket von SPD und Bündnis 90/Die
Grünen, mit dem die Bundesregierung beauftragt wird, dem Parlament den
Entwurf eines Anti-Doping-Gesetzes vorzulegen. Wilhelm Schmidt: "Wir arbeiten
schon an einem Gesetz." Vor zwei Wochen hatte der sportpolitische Sprecher
der Grünen, Winfried Hermann, gefordert, dass Gesetz müsse noch in
dieser Legislaturperiode verabschiedet werden. Gleichzeitig hatte er von Abstimmungsgesprächen
mit der SPD gesprochen, bei denen der SPD- Fraktionsvorsitzende Peter Struck
ebenfalls eine Verabschiedung im Eiltempo gefordert hatte.
Das geplante Anti-Doping-Gesetz soll das aktive Dopen unter Strafandrohung verbieten.
PRO | CONTRA |
Dagmar Freitag (sportpolitische Sprecherin der SPD) | Otto Schily |
"Für uns ist das von großer Bedeutung, weil die jetzigen Dopingregeln nicht sehr effizient sind." | "Wir brauchen
kein Anti-Doping-Gesetz", sagte Riegert, "wir brauchen mehr
Kontrollen, einheitliche Sanktionen und mehr Forschung." |
ZIEL: | ZIEL: |
Festschreibung
von Doping als Straftatbestand |
Sportler
nicht zu kriminalisieren |